Leitbild

„Jeder junge Mensch hat ein Recht auf Förderung seiner Entwicklung und auf Erziehung zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“

(§ Abs.1 SGB VIII)

 

Wir sehen unsere Verantwortung darin, jungen Menschen einen Lebensort zu bieten, an dem ihren besonderen Bedürfnissen begegnet werden kann. Wir möchten Kinder und Jugendliche unterstützen und fördern ihre Chancen und Möglichkeiten für eine selbstbestimmte Lebensgestaltung wahrzunehmen.

 

„Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht“

(§1 Abs.2 SGB VIII)

 

Wir möchten Familien stärken, ihre Erziehungsaufgabe eigenverantwortlich erfüllen zu können und wenn nötig neue Wege zu gehen. Bei der Arbeit mit unseren Kindern und Jugendlichen verstehen wir uns grundsätzlich als Familien ergänzend und nicht ersetzend. Im Sinne der Kinder und Jugendlichen und damit für ein gutes Gelingen unserer Interventionen wird eine intensive Kooperation mit den Eltern angestrebt. Es ist uns wichtig, die Gefühle der Eltern ernst zu nehmen, Konkurrenzbeziehungen zwischen Eltern und Bezugspersonen anzusprechen sowie Erwartungen und Wünsche offen und verbindlich miteinander zu klären.

 

Jeder Mensch ist einzigartig und wertvoll und verdient Respekt und Achtung unabhängig von seinen Lebensumständen, seiner Geschichte oder Herkunft.

Eine respektvolle, wertschätzende und offene Haltung gegenüber den Menschen, mit denen wir zusammenarbeiten, fördert Vertrauen und ist die Basis für eine gute Zusammenarbeit.

Im Vordergrund unserer Arbeit steht daher der unmittelbare Kontakt mit den Kindern, Jugendlichen, jungen Erwachsenen und deren Familien.

 

In Anerkennung der Selbstbestimmung jedes Menschen entscheidet dieser selbst, wie er unsere Angebote nutzt und annimmt. Wir respektieren auch die Entscheidung unserer Betreuten, wenn sie unsere Hilfen nicht annehmen möchten.

 

Unsere Grundhaltung ist geprägt von der Überzeugung, dass Verhalten erlernt ist und für unsere Kinder, Jugendlichen und deren Familien einen Sinn ergibt.

Unser Ziel ist es, erlernte, entwicklungshemmende Lebensstrategien, Glaubenssätze und Verhaltensweisen durch neue zu ersetzen und zusammen mit allen Beteiligten tragfähige Zukunftsperspektiven zu erarbeiten.

 

 

Alles wird über die Beziehung transportiert, die unsere MitarbeiterInnen zu den Kindern, Jugendlichen und deren Familien aufbauen.

Neben einer fachlich qualifizierten pädagogischen Ausbildung, legen wir großen Wert darauf, dass unsere MitarbeiterInnen in unsere Einrichtungskultur passen und ihnen Eigenschaften wie Lebensfreude, Toleranz, Humor und Herzlichkeit nicht fremd sind. Wir erwarten Einfühlungsvermögen, die Vermittlung von Werten und ein authentisches Verhalten.

 

Vor allem in den stationären Wohngruppen heißt es, mit Kindern und Jugendlichen zusammen LEBEN und FÖRDERN.

Kinder und Jugendliche brauchen neben fachlicher Förderung und therapeutischen Hilfen Beachtung, Zuwendung und Orientierung um Selbstachtung und Selbstvertrauen aufbauen zu können. Neue Erfahrungen sollen ihnen helfen, verbindliche Beziehungen kennen zu lernen und neues Vertrauen in Erwachsene aufbauen zu können.

 

Ein weiteres wichtiges Instrument ist die Gestaltung der Betreuungs- und Lebensorte.

Wir legen großen Wert auf eine liebevolle und gemütliche Atmosphäre unserer Häuser. Die Wohngruppen sollen ein Ort des Wohlfühlens und der Geborgenheit sein.

 

Erziehung ist dabei häufig ein Balanceakt zwischen „Halten“ und „Aushalten“.

Um diese Gratwanderung mit der nötigen Geduld, Ausdauer und Verhaltensklarheit gerecht zu meistern ist es uns wichtig, die entsprechenden Rahmenbedingungen für eine gute Arbeit zu schaffen. Dazu gehören für uns, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen unserer MitarbeiterInnen, Team- und Fachberatung, Vertrauen und Mut zu angemessenen pädagogischen Interventionen.

 

Wir praktizieren einen kooperativen Führungsstil. Unsere MitarbeiterInnen haben durch offene Kommunikation und Information ein hohes Maß an Mitbestimmungsmöglichkeit. Transparenz und Zusammenarbeit fördert ein gutes konstruktives Arbeitsklima und die Identifikation mit unseren Zielen.

Dies wirkt sich positiv auf den Umgang mit den Kindern, Jugendlichen und deren Familien aus.

 

Die Erziehung und Förderung von jungen Menschen und ihren Familien verstehen wir als ständigen Entwicklung- und Anpassungsprozess, da Gesellschaft und Umfeld unserer Kinder, Jugendlichen und Familien sich stets verändern.

 

Wer uns verlässt, ist immer wieder gerne gesehen. Telefonieren, reden, erzählen, „da kann ich noch mal hingehen“, Besuche in der Gruppe, Freunde und Bekannte wiedersehen.

Unsere „Ehemaligen“ werden regelmäßig zu Veranstaltungen oder besonderen Events, z.B. unserem traditionellen, jährlichen Sommerfest, eingeladen.

 

Um dem Markt moderner Erziehungshilfen gerecht zu werden, arbeiten wir qualitäts-, kosten- und kundenorientiert.

Eine partnerschaftliche und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Mitarbeitern der Jugendämter ist uns ein besonderes Anliegen. Die Hilfen zur Erziehung sind ein komplexer Prozess, dessen Erfolg wesentlich von der Übereinstimmung im fachlichen Handeln zwischen Jugendamt und Einrichtung beeinflusst wird.

Wir wünschen uns Anregungen, Rückmeldungen und einen regelmäßigen fachlichen Austausch, um konstruktiv und erfolgreich arbeiten zu können.

 

Wachstum ist für uns ein Thema, um uns dem aktuellen Hilfebedarf und der Nachfragen im Bereich der erzieherischen Hilfen zu stellen und anzupassen. Wichtiger ist uns aber die inhaltliche Ausgestaltung unserer bestehenden Angebote, um die Qualität zu wahren und weiter zu entwickeln. Jugendhilfe in einem überschaubaren Rahmen bedeutet für uns, möglichst allen Beteiligten gerecht zu werden und unsere pädagogische Arbeit stets mit neuen Inhalten und Ideen zu füllen.